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Neukölln - 650 Jahre - Gründungs - Urkunde


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In älteren Urkunde bis hinauf ins 18. Jahrhundert wird Rixdorf anders geschrieben: Richardstorff, Rigerstorpp, Richarstorp, Riechstorff, Rechßdorff, Risdorf, Riesdorf usw.


In älteren Urkunde bis hinauf ins 18. Jahrhundert wird Rixdorf anders geschrieben: Richardstorff, Rigerstorpp, Richarstorp, Riechstorff, Rechßdorff, Risdorf, Riesdorf usw. Als Rixdorf erscheint es erst 1803. Die prägnanteste Schreibart ist unbestritten Richardsdorf aus der Urkunde von 1360.


In älteren Urkunde bis hinauf ins 18. Jahrhundert wird Rixdorf anders geschrieben: Richardstorff, Rigerstorpp, Richarstorp, Riechstorff, Rechßdorff, Risdorf, Riesdorf usw. Die Deutung des Namens stützt sich nur auf Vermutungen.


In älteren Urkunde bis hinauf ins 18. Jahrhundert wird Rixdorf anders geschrieben: Richardstorff, Rigerstorpp, Richarstorp, Riechstorff, Rechßdorff, Risdorf, Riesdorf usw. Vielleicht hat man als Laufpaten an den Grafen Richard von Dornwallis gedacht, der als zweiter Sohn des englischen Königs Johann ohne Land im 3 Jahre 1257 durch einige Reichsfürsten zum deutschen König gewählt wurde. Man vermutet auch, dass Richard der Heilige, Richard Löwenherz, oder ein Komtur des Johanniterordens bei der Namengebung verewigt werden sollte. Nach dem im Staatsarchiv vorhandenen Vertrag vom 23. September 1435 gelangte das Dorf als Lehen des Ordens an die beiden Städte Berlin und Cölln und wird der Kontrakt durch die vom Orden am 26. September desselben Jahres aufgestellte Gegenurkunde wesentlich ergänzt und erläutert. Es wird darin ausdrücklich „dat Dorp Richerstorp med der Heide, med deme Brüke (Bruche) und wesen (Wiesen) darby gelegen, med allen tobehoringen” genannt.


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Da wohl nicht jeder des Althochdeutschen mächtigt ist erscheint hier die Übersetzung der Gründungsurkunde.


In Gottes Namen. Amen.
Alle Dinge, die in der Zeit geschehen, vergehen mit der Zeit. Darum ist es not, daß man sie „stetige” und „feste” mit Briefen und Urkunden.
Wir Bruder Hermann von Werberge, ein Statthalter der Mark zu Brandenburg und Wendenlande, und ich, Bruder Dietrich von Saster, Komtur, und wir alle gemeine Brüder des Hauses zu Tempelhof bekennen und bezeugen offenbar in diesem Briefe vor allen Christenleuten, daß wir mit Vollmacht unserer Obersten und mit beratenem, vorbedachtem und rechtem Mute und Willen und Rate unserer aller, auch nach Rate des ehrlichen Priesters Herrn Jacobs von Datz, haben unsern Hof, genannt Richardsdorf, verwandelt und mit diesem Briefe zu einem Dorfe mit fünfundzwanzig Hufen, je zu der Hufe zehn Morgen Landes, in der Weise gelegt, daß der Schulze, der das Schulzenamt hat, eine Hufe und seinen Hof frei, ohne vom Dreißigsten haben soll, der zum Hause Tempelhof gehört - und von den andern vierundzwanzig Hufen soll man von jeder Hufe geben eine halbe Mark zu Pacht und einen Schilling brandenburgischer Pfennige zu Zins jährlich zu St. Martinstag, und dem Pfarrer von Tempelhof von jeder Hufe einen halben Scheffel Roggen, und dem Schulzen von Tempelhof ein viertel Scheffel von der Hufe und dazu seine Gebühr, aIs dies üblich ist in andern Dörfern.
Und der Pfarrer und Schulze sollen den Bauern zu Richardsdorf tun Gottesrecht, wann es ihnen not ist, und sollen die Bauern zur Tempelhofschen Kirche gehen. Ferner soll der Komtur von Tempelhof den Zehnten haben im Fleischzehnten und in den Rauchhühnern, ohne vom Schulzen, wie vorher geschrieben steht, über das ganze Dorf. Ferner sollen die Hüfner dienen mit innen Pflügen drei Tage und die Kossäten drei Tage jährlich arbeiten auf unsern Hufen zuTempelhof. Ferner sollen die Kossäten, die im Dorfe wohnen, dem vorhergenannten Komtur achtzehn Pfennige und der Hufnergemeine sechs Pfennige entrichten, ohne einen Kossäten, der an den Schulzen zwei Schillinge zu geben hat.
Ferner sollen die Hüfner alle die Wiesen haben, die zu Richardsdorf gehören, ohne die Lange Wiese, die unserm Hause zu Tempelhof verbleiben soll.
Ferner sollen die Bauern sich des Rohrwuchses bedienen zu ihren Dächern, jedoch sollen sie es ohne unsern Willen nicht verkaufen dürfen, und auch das Nutz- und Bauholz und Hegereis sollen sie gebrauchen zu ihrer Not; Liegeholz, wenn es vorhanden, sollen sie frei haben.
Ferner soll der Komtur von Tempelhof zu jedem Hause und jedem Kossäten alle Jahre eine Kavel Holz geben, wofür sie einen Schilling brandenburgischer Pfennige zahlen müssen.
Damit wir diese Dinge ganz und stets halten wollen, haben wir diesen Brief besiegeln lassen mit unserm Insiegel, der gegeben ist nach Gottes Geburt dreizehnhundert Jahre in dem sechzigsten Jahre des Freitags vor Sankt Thomä des heiligen Apostels.
Der Dinge Zeuge sind Herr Jakob von Datz, dessen Insiegel an diesem Briefe, Hans Schuler und sein Sohn Henning, Will Mahlow und Hans, sein Bruder, Brüder Hans und Arndt Moskow und viel mehr gute Leute.

(der altdeutsche Text und die Übersetzung stammen aus „Britz - einst und jetzt”, 1932)

Bauerhäuser und ganze Dörfer wurden gern gegen Geld verkauft. So kamen viele Ländereien an die Kreuzritter. Diese wiederum hatten natürlich nur Interesse daran, wenn die Siedlungen genügen Ertäge für die eigene Kasse abwarfen. Die Freiheit der Menschen war nicht von Interesse. So half die Kirche im eigenen Interesse mit die Menschen zu versklaven und auszubeuten. Die spätere kirchliche Auslegung folgte dann auf dem Fuße. Diese Herren waren „blauen Blutes” und daher vor Gott mehr wert.


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